Die ersten Wochen als (Netz)Vater – ein Resümee

Baby schreit - Quelle: Erich Kasten / pixelio.de

Es ist ruhig geworden auf meinem Blog. Und das liegt nicht daran, dass ich nichts mehr zum bloggen habe. Nein, seit nunmehr 6 Wochen ist jemand in unser Leben getreten, der auf einmal unsere ganze Aufmerksamkeit, Liebe und Zeit braucht. Ich bin nun offiziell ein (Netz)Vater.

In diesem Beitrag möchte ich nun einen kleinen kurzen Rückblick wagen. Welche Vorüberlegungen waren gut, welche eher weniger. Was hat sich bewahrheitet und was ist doch irgendwie anders als gedacht.

Fangen wir mit der Geburt an. Ein sicher unvergessliches Erlebnis in meinem Leben. Und das Gott sei Dank im positiven Sinne. Es gab keine Komplikationen, so dass mir die Geburt als etwas Positives und schönes in Erinnerung geblieben ist und sicher auch immer bleiben wird. Wenn Ihr also die Gelegenheit habt, seid mit dabei Männer. Der Moment, wenn die Anspannung schlagartig abfällt und Ihr Euer Kind das erste Mal sehr, ist unbeschreiblich. Außerdem können Eure Frauen sicher Eure Unterstützung gebrauchen.

Für gewöhnlich bleiben die meisten 3 Tage (bis nach der U2) im Krankenhaus. Mein Tipp, genießt die Zeit. Wir hatten uns, wie schon geschrieben, ein Familienzimmer genommen. So waren wir drei ungestört. Dazu kommt die Vollverpflegung mit 3 Mahlzeiten am Tag. So bleibt einem mehr Zeit für sich und für die neue Situation, in der man sich erst einmal zu Recht finden muss. Außerdem hat man jede Menge Fachpersonal um sicher herum, die man mit allen Fragen löchern kann, die man so hat. Nutzt also die Chance. Je nach Geburtsverlauf ist Eure Frau noch nicht so fit und mobil in den ersten Tagen. Gönnt Ihr die Erholung und übernehmt das wickeln. Irgendwann müsst Ihr das mal übernehmen, wieso also nicht gleich von Anfang an. Zuerst werdet ihr denken, dass ihr etwas kaputt macht, aber das legt sich schnell und ihr habt den Bogen raus.

Die ersten Tage zu Hause sind dann eine krasse Umstellung. Weg vom Rundumservice im Krankenhaus und hinein ins kalte Wasser. Plötzlich ist man auf sich alleine gestellt, kann nicht wegen jedem Pups jemanden Fragen und muss nebenbei noch versuchen sich um den Haushalt sowie um die eigene Versorgung zu kümmern. Eine große Entlastung ist es, wenn Ihr jemanden habt, der für Euch mit kocht oder wenn Ihr schon einige Mahlzeiten vorgekocht und eingefroren habt. Denn ihr werdet in den ersten Tagen damit beschäftigt sein, den Rhythmus zwischen essen,  schlafen und Windeln wechseln zu finden. Auch kann ich nur jedem Vater raten, in den ersten Wochen zu Hause zu sein, sofern das Euer Arbeitgeber mit macht. Diese Zeit war für uns zwei schon anstrengend und wir haben nun den allergrößten Respekt vor den Leuten, die diese Zeit ganz alleine bewältigen. Zum Thema Haushalt kann ich nur sagen, nehmt ihn nicht zu wichtig. Was nutzt Euch eine Top gepflegte Bude, wenn Ihr Augenringe bis zu den Knien habt und aufgrund von Schlafmangel und Überanstrengung bei jeder Kleinigkeit an die Decke geht. Außerdem gibt es nicht umsonst das Wochenbett. Lasst Eure Frau sich noch erholen, das ist wichtig und nicht zu unterschätzen.

Beruhigend sind in dieser Zeit die regelmäßigen Besuche der Hebamme. Ich muss zugeben, wir wollten anfangs keine Hebamme haben und hatten uns auch um keine gekümmert. Wozu braucht man die? Wenn was ist, kann man doch zum Arzt gehen, so dachten wir. Im Nachhinein müssen wir uns eingestehen, dass wir die Sache komplett falsch eingeschätzt hatten. Zum Glück haben wir in den Tagen im Krankenhaus dank der Hebammen vor Ort noch jemanden gefunden, der für die Nachsorge noch Zeit hatte. Denn auf einmal hat man so viele Fragen, ist sich unsicher, weiß nicht mehr weiter. Da ist es eine riesige Erleichterung, wenn täglich jemand mit Erfahrung vorbei kommt und einem mit Rat und Tat zur Seite steht. Denn leider läuft es bei einem Baby nicht immer wie gedacht. Was heute super funktioniert, kann schon morgen gar nicht mehr klappen. Da ist es schön, wenn man auf jemanden mit einem großen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann.

Und wo wir gerade bei Fehleinschätzungen sind – auf eine Sache waren wir nicht vorbereitet. Natürlich macht man sich im Vorfeld seine Gedanken, wie es dann seien wird mit Kind. Man weiß, dass die Kinder in den ersten Monaten in relativ kurzen Abständen trinken, schlafen und verdauen. Und das auch nachts. Darauf hatten wir uns eingestellt. Scheinbar ist der Schlafmangel auch für die meisten das größte Problem.  Oder warum waren die meist gestellten Fragen in den ersten Wochen: „Und wie sind die Nächte?“ – „Na, müde?“ – „Wie oft musst Du nachts raus?“

Zugegeben, der wenige Schlaf ist teilweise hart. Aber das war mir vorher klar, darauf hatte ich mich eingestellt. Viel schlimmer für mich war und ist immer noch das Geschrei. Natürlich wusste ich, dass Babys schreien. Wie sollen sie sich auch anders ausdrücken. Aber naiver Weise dachte ich, sie schreien, wenn Sie Hunger haben, müde sind, die Windel voll haben oder auf den Arm wollen. Leider gibt es aber auch mal Situation, da schreien sie aus anderen Gründen. Und Du weißt einfach nicht aus welchen. Das zerrt an Deinen Nerven, wenn Du es einfach nicht schaffst Dein Kind zu beruhigen. Darauf war ich nicht vorbereitet. Daher liebe zukünftige Eltern. Es wird Zeiten geben, da schreien Eure Kinder. Sie schreien laut und vielleicht auch mal lange und ihr findet nichts, was sie beruhigt. Aber das wird nach einigen Wochen besser. Ihr werdet eingespielter, versteht Euch besser und die Schreiphasen werden weniger.

Und neben alle dem gibt es ja auch noch die Phasen, wo alles toll ist. Wo man stundenlang fasziniert auf dieses Kleine Wesen schaut und versucht zu begreifen, dass dies jetzt zu einem gehört. Wo man alle Sorgen und Probleme vergisst und einfach nur nen Moment genießt. Wo man einfach nur unglaublich glücklich und stolz ist. Und eigentlich sind das die Momente, die überwiegen und an die man sich erinnert.

Euer Netzvater

Bildquelle: Erich Kasten  / pixelio.de
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3 responses to “Die ersten Wochen als (Netz)Vater – ein Resümee”

  1. Sebastian says :

    Herzlichen Glückwunsch!

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  2. andreasclevert says :

    Willkommen im Club

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  3. DaddyD says :

    Hallo Netzvater,
    herzlichen Glückwunsch und vorallem: wilkommen im Club.
    Ein wirklich toller, Bericht, den du da verfasst hast. Bin gespannt auf die Berichte der kommenden Wochen.

    Beste Grüße aus dem Rheinland
    Daddy D

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