Erstausstattung #3 – Das Kinderzimmer

Kinderzimmer - Quelle: Rainer Sturm / pixelio.de

Babys brauchen nicht viel, das hört man fast von allen Seiten. Und doch fangen wir werdenden Eltern irgend wann an, uns um die Einrichtung des Kinderzimmers Gedanken zu machen. Spätestens mit Einsetzen des Nestbautriebes beginnen die Überlegungen, wie man sein zu Hause für den neuen Mitbewohner vorbereiten kann. Zuerst stellt sich sicher die Frage, braucht der Nachwuchs ein eigenes Zimmer? Für einige ist dies aufgrund von Platzmangel schnell beantwortet. Andere überlegen hier schon etwas länger. Manch einer hat den Raum, an dem man sich auch mal zurück ziehen kann, doch lieb gewonnen. Muss ich also dieses Zimmer sofort für den Nachwuchs opfern? Meine Meinung ist Nein! Ein Kind ist im ersten Jahr noch sehr immobil und auf die Eltern fixiert. Es fühlt sich am wohlsten, wenn es nah bei Mama und Papa ist, auch wenn es schläft. Daher ist es ratsam, wenn Euer Nachwuchs das erste Jahr mit bei Euch im Zimmer schläft. Entweder in einem Kinderbett oder in einem Beistellbett, was man an das Elternbett „andocken“ kann. Letzteres hat den Vorteil, dass Eure Frau zum Stillen nicht immer aufstehen muss, um Euer Kind aus dem Bett zu holen, sondern es nur zu sich rüber ziehen braucht. Achtet aber bitte beim Kauf darauf, dass die Auflage für die Matratze Luft durchlässig ist. Wer sich die Bewertungen auf Amazon zu den Matratzen des Marktführers Babybay durchliest, wird feststellen, dass viele Probleme mit Feuchtigkeit und in Folge dessen mit Schimmel haben. Das will natürlich keiner. Seit dem der Hersteller die Auflage mit Lüftungsschlitzen versehen hat, sind die Probleme weg. Neben dem Schimmel, ist ein gute Belüftung auch wichtig, um eine Überhitzung Eures Babys zu vermeiden. Überhitzung ist eine mögliche Ursache für den Plötzlichen Kindstod (SID – Sudden Infant Death Syndrome). Daher gehören auch kein Nestchen, Himmel, Kopfkissen, Decken oder Stofftiere in das Bett Eurer Kinder. Ein Schlafsack reicht. Leider ist so ein Beistellbett nicht gerade billig. Mit Zubehör, wie Matratze, Rollen, Gitter, kommt man da schnell an die 200€. Dafür, dass man es vielleicht nur ein 3/4 Jahr benutzen kann, nicht wenig Geld. Gebraucht sind sie aber zu guten Preisen zu verkaufen. Alternativ findet man im Internet einige Anleitungen, wie man z.B. ein Ikea Kinderbett zu einem Beistellbett umbaut.

Noch ein Tipp: Kauft Euch ein sanftes Licht, so sind alle nach dem Stillen nicht immer hell wach.

Neben dem Bett schaffen sich wohl die Meisten eine Wickelkommode an. Wer das nicht möchte, kann natürlich auch auf einem Tisch oder dem Sofa wickeln. Bedenkt aber bitte, dass Ihr zu Anfang 8-10 mal täglich die Windeln wechseln müsst. Da kann eine Wickelkommode schon Vorteile haben. Sie hat eine optimale Höhe und ist daher schonend zum Rücken. Außerdem habt Ihr dort immer alles was Ihr so benötigt griffbereit. Wer aus Platzmangel auf eine eigene Kommode verzichten will sollte sich vielleicht mal bei Aufsätzen für die Waschmaschine oder klappbaren Modellen, die man an die Wand schrauben kann, umsehen.

Wieder ein Tipp: Wer sich für eine Kommode entscheidet, überlegt Euch, ob Ihr zu einem Modell greifen wollt, bei dem man den Wickelaufsatz abnehmen kann. So kann man sie später als normal Kommode weiter benutzen.

Mit diesen beiden Anschaffungen, kommt Ihr im ersten Jahr gut über die Runden. Manche entscheiden sich allerdings gleich ein komplettes Kinderzimmer mit Bett, Wickelkommode, Schrank und vielleicht noch Regalen zu kaufen. Dies hat den Vorteil, alles von einer Produktlinie zu bekommen. Denn wer weiß denn, wenn man heute die Wickelkommode kauft, ob es in einem Jahr noch den dazu passenden Schrank gibt. Viele Hersteller bieten umbau fähige Betten an. Die anfänglich benötigten Gitterstäbe lassen sich durch sogenannte „Umbauseite“ ersetzen, so dass aus dem Babybett ein normales Kinderbett gemacht werden kann. Beim Kauf ist es also sinnvoll diese Umbauseiten gleich mit zu kaufen. Denn wer weiß, ob es sie noch gibt, wenn Ihr sie benötigt.

Beim Möbelkauf empfiehlt es sich rechtzeitig los zu gehen. 8-10 Wochen Lieferzeit sind normal.

Zuletzt möchte ich noch auf ein für viele Eltern nicht unwichtiges Thema aufmerksam machen: Schadstoffe.

Viele Eltern fangen mit Beginn der Schwangerschaft an, sich viel mehr als sonst mit dem Thema Schadstoffen zu beschäftigen. Ich kann mich selbst davon nicht frei sprechen, jedoch versuche ich das ganze Thema nicht zu verbissen zu sehen und zum Hardcore-Öko zu mutieren. Allerdings ist eine gewisse Aufmerksamkeit sicherlich nicht verkehrt. Da wir Deutschen es bekanntlich sehr genau nehmen, gibt es auch für Möbel eine Reihe von Prüfsiegeln. Die wichtigsten sind hier zum einen das GS Prüfzeichen, dass die Funktionssicherheit bescheinigt. Andere sind z.B. der blaue Engel oder die Prüfung nach DIN 53160 und EN 71-3, die die Emissionsarmheit oder die Verwendung von giftfreien Lacken bescheinigen. Das RAL-Gütesiegel bescheinigt die Gesamtqualität über die Sicherheit hinaus.

Wer sich also Gedanken über die verwendeten Schadstoffe in Kindermöbeln macht, sollte nach diesen Siegeln ausschau halten oder den Hersteller gezielt drauf ansprechen.

Ich hoffe der Artikel war hilfreich für Euch. Ich freue mich wie immer über Feedback und Anmerkungen.

Euer Netzvater

Bildquelle: Rainer Sturm  / pixelio.de
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2 responses to “Erstausstattung #3 – Das Kinderzimmer”

  1. Thomas says :

    Hi,

    das Thema haben wir jetzt 2 mal durch 🙂 Wir haben neu gebaut und daher gleich 2 Kinderzimmer vorgesehen. Die Möbel haben wir rechtzeitig gekauft, damit sie ausdampfen können (Thema Giftstoffe). 2 bis 3 Monate vorher die Möbel aufstellen und tägliches Stoßlüften sollte man hier ruhig machen. Allerdings haben unsere Juniors eine lange Zeit bei uns geschlafen, vor allem der große hat bei uns 14 Monate verbracht, da er jede Nacht gestillt werden mußte (und nicht alleine schlafen wollte). Daher hatten wir auch ein Beistellbett, was sich bewährt hat.

    Unsere erste Wickelkommode war extra-Breit, so daß das Wasser bzw. die Feuchttücher nicht auf der Wickelunterlage stehen mußten. Das war sehr praktisch, da wir bewegungsfreudige Kinder haben. Junior 2 schmeißt alles von der neuen Wickelkommode runter, natürlich fast nie mit Absicht ;).

    VG,

    Thomas

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  2. Tim says :

    Servus,
    wir haben leider auch die Erfahrung machen müssen das bestimmte Kindermöbel einfach mehrere Wochen Lieferzeit haben können. Wegen Schadstoffen kann ich Dir nur recht geben. Zum Thema Schadstoffe kann auch nur einen Rat geben: Ernst aber nicht zu Ernst nehmen! Man macht sich nur verrückt!

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