Erstausstattung #1 – Der Kinderwagen

Teutonia Wanne - Quelle: teutonia.de

Nachdem klar war, dass wir bald Nachwuchs erwarten, erwachte sehr schnell mein Jagdtrieb. Wir hatten zwar noch fast 8 Monate Zeit, um alles für das Eintreffen unseres neuen Mitbewohners vorzubereiten, aber es gab auch einiges anzuschaffen. Kinderzimmer, Beistellbett, Kinderwagen, Babyschale, Kleidung – um nur mal die großen Dinge zu nennen. Im Gegensatz zu meiner Frau liebe ich es im Internet zu recherchieren. Es macht mir Spaß tagelang Testberichte und Rezensionen zu lesen, um das für unsere Anforderungen beste Produkt zu finden. Habe ich etwas gefunden, liege ich auf der Lauer, um ein Schnäppchen zu schießen. Nicht, dass wir jeden Euro umdrehen müssen, aber wieso mehr bezahlen, als man muss?

In meiner Blogreihe zum Thema Erstausstattung möchte ich Euch schildern, welche Dinge wir aus welchem Grund angeschafft haben. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen herauszufinden, was für ihn wichtig und sinnvoll ist und was eher nicht.

Eins der ersten Dinge, mit denen ich mich beschäftigt habe, war der Kinderwagen. Von Bekannten wusste ich schon, dass man dafür einen 4-stelligen Betrag hinlegen kann, wenn man möchte. Für uns musste es nicht die S-Klasse unter den Kinderwagen sein. Aber natürlich sollte der Wagen nicht schon nach 5 Monaten den Geist aufgeben. Ein erster guter Anlaufpunkt ist immer die Stiftung Warentest, die regelmäßig Kinderwagen testet. Was man bei den Tests jedoch beachten sollte, welche Schwerpunkte gesetzt werden. Im Test von 2015 wurde viel Wert auf die Größe der Babywanne gelegt. 35×78 cm wird als optimale Größe angegeben. Dieses Kriterium erfüllt nur der Britax Go. Was zur Folge hat, dass er zum Testsieger gekürt wurde, obwohl es einige Wagen gibt, die in den anderen Kategorien besser abschnitten. Deshalb ist für mich das Ergebnis nicht ganz transparent und nachvollziehbar. Bei meinen weiteren Recherchen bin ich auf die deutsche Marke Hartan aufmerksam geworden. Diverse Berichte und Feedbacks attestieren den Kinderwagen eine gute Qualität und viel Komfort. Ich weiß nicht wieso, aber ich bin bei Kinderwagen genauso voreingenommen, wie bei Autos. Ich ziehe ein deutsches Modell jedem ausländischen Hersteller vor. Sicher in einigen Fällen zu unrecht.

Wir bestellen vieles im Internet. Zum einen, weil es teilweise günstiger ist, zum anderen aber auch, weil es bequemer ist, da man nicht von Geschäft zu Geschäft gehen braucht. Den Kinderwagen wollten wir allerdings nicht einfach blind im Internet kaufen. Wir wollten ihn vor dem Kauf gerne noch anschauen, auf Herz und Nieren testen und vor allem ihn versuchen in den Kofferraum des Ford Fiestas meiner Frau zu bekommen. Hinzu kommt, dass wir in unserem Hausflur eigentlich keine Abstellmöglichkeit für einen Kinderwagen haben. Daher sind kompakte Maße für uns ein ausschlaggebendes Kriterium. An einem Samstag sind wir dann losgezogen, um eine erste Vorauswahl zu treffen. Mein heimlicher Favorit, der Hartan Racer, verlor aber dann ganz plötzlich an Sympathie. Nicht, weil die Qualität nicht stimmt oder ähnliches. So weit sind wir gar nicht gekommen. Er ist schlicht und ergreifend zu groß für uns bzw. für meine 1,53m große Frau. Dieses Schiff bekommt sie weder in einem engen Geschäft gescheit bewegt, noch alleine in den Kofferraum gewuchtet. Also mussten wir uns weiter umschauen. Da das Angebot einfach riesig ist, griffen wir doch auf die Erfahrung einer Verkäuferin zurück. Sie empfahl uns dann ein Peg Perego Book Plus, der ganz zufällig im Angebot war und das sehr wahrscheinlich nur noch heute. Ja nee, is klar! (Atze Schröder)

Für solche Psychotricks bin ich total unempfänglich. Trotzdem hatte der Italiener unser Interesse geweckt. Eins muss man ihnen ja lassen. In Sachen Design macht ihnen so schnell keiner etwas vor. Der Wagen war schon sehr schick, dass konnten wir beide nicht bestreiten. Die Maßen waren auch deutlich kompakter, was uns gut gefiel. Highlight war zum einen der simple Klappmechanismus. Das Gestell ließ sich mit nur einer Hand zusammen falten. Dabei klappen die Hinterräder unter die Vorderachse, so dass man ein schön kompaktes Paket erhält, dass sich aufrecht in eine Ecke stellen lässt. Wow! Außerdem konnte man die Babywanne sehr flach zusammen falten. So bekommt man den Wagen auch in den Kofferraum eines Kleinwagens. Die schwenkbaren Vorderräder lassen sich per Hebel bequem feststellen oder entriegeln. Dafür muss man sich bei den meisten anderen Herstellern tief bücken und an den u.U. dreckigen Rädern selber rumfummeln. Interessantes Detail. Wie oft man das später braucht, wird sich noch zeigen. Was uns dann allerdings nicht so gut gefiel, war die Form des Griffes. Dieser sollte wohl ergonomisch sein. Wir fanden es aber eher unangenehm und unpraktisch. Außerdem machte der gesamte Bügel, mit dem man den Wagen schiebt, einen eher unstabilen und klapprigen Eindruck. Dies sollte sich auch in einem anderen Geschäft bestätigen. Mit einer ernüchternden Ausbeute von einem Katalog von Peg Perego und einem Katalog von Teutonia, mussten wir unsere Suche ohne klaren Favoriten auf das nächste Wochenende vertagen.

Eine Woche später war dann der Teutonia BeYou fällig. Wir hatten zu Hause noch etwas recherchiert und festgestellt, dass  er ähnlich kompakte Maße wie der Peg Perego hat. Der Griff war jedoch ganz normal geformt, was uns deutlich besser gefiel. Im Geschäft testen wir sämtliche Verstellmöglichkeiten und natürlich den Klappmechanismus. Interessant war hier, dass sich der Schiebegriff auf die andere Seite schwenken lässt. So kann man simpel und schnell die Blickrichtung des Nachwuchses ändern, wenn der gerne mehr von der Umgebung sehen will oder zu sehr von der Sonne geblendet wird. Zusammenklappen lässt sich der Teutonia leider etwas aufwendiger, als der Peg Perego. Man muss erst den schwenkbaren Griff auf die andere Seite bringen und dann noch einmal die Entriegelung an beiden Seiten des Griffes betätigen. Einhändig ist das auf keinen Fall zu bewerkstelligen. Dafür ist das Ergebnis genau so kompakt. Die Babywanne lässt sich auch zusammen falten, dafür muss man sie aber fast vollständig auseinander bauen. Das macht man eigentlich nur in Ausnahmefällen. In den Kofferraum des Fiestas passte er leider nur, wenn man die Hinterräder demontiert. Dies lässt sich aber sehr schnell und einfach bewerkstelligen. Sonst machte der BeYou einen tollen Eindruck. Es wackelte und klapperte nichts, er lässt sich super schieben und ist dank der schwenkbaren Räder sehr wendig. Die Auswahl an Designs ist ausreichend groß, so dass auch die Frau glücklich war. Wie es der Zufall wollte, gab es auch hier wieder eine Aktion von Teutonia. Beim Kauf des Wagens, der Babywanne und eines Winterfußsackes, bekommt man eine Wickeltasche, einen Sonnenschirm und eine Crossachse (zum Tausch der schwenkbaren Vorderräder) gratis dazu. Ob der Schirm und die Crossachse bei uns Verwendung finden werden, weiß ich noch nicht. Aber geschenkt nehmen wir sie doch erst einmal gerne. Zusätzlich wollte der werdende Vater gerne noch etwas schönere Felgen in Form von 3-speichigen Luftkammerrädern auf dem Gefährt haben. Die sehen zum einen klasse aus, bieten aber auch etwas mehr Komfort als Plastikräder. Somit war die Entscheidung gefallen. Sicherlich keine günstige Lösung, aber dennoch unterhalb der Premiummarken Bugaboo oder Emmaljunga.

Wer etwas günstigeres sucht, sollte sich bei ABC Design umschauen. Die Wagen werden regelmäßig als Preistipp getestet. Als wir unseren Kinderwagen gekauft haben, gab es die Plus-Serie leider noch nicht. Diese scheint sich auch sehr kompakt zusammenklappen zu lassen und hat eine faltbare Babywanne.

Natürlich ist der Kauf von gebrauchten Kinderwagen auch immer eine Option. Da wir allerdings planen irgendwann einmal noch ein zweites Kind zu bekommen, haben wir uns überlegt, dass sich in diesem Fall die Neuanschaffung für uns lohnt. Da kann man aber durchaus anderer Meinung sein.

Nachdem ich nun in fast schon epischer Breite geschildert habe, wie wir unseren Kinderwagen gefunden haben, interessiert mich natürlich Eure Erfahrungen. Wie seid Ihr vorgegangen? Was war Euch beim Kauf wichtig? Habt Ihr einen Geheimtipp, eine Marke, die nicht in jedem Test auftaucht, aber mit der ihr tolle Erfahrungen gemacht habt. Ich freu mich auf Eure Kommentare.

Euer Netzvater

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  1. Erstausstattung #2 – Der Kindersitz | NETZVATER - 3. Mai 2015

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